Wohnwagen-Checkliste

Kaufprüfung

Eine gründliche, quellenbasierte Prüfung eines gebrauchten oder neuen Wohnwagens vor dem Kauf. Umfasst Dokumente, Aufbau, Feuchtigkeit, Gas, Elektrik, Wasser, Heizung, Kühlschrank, Anhängevorrichtung und markentypische wiederkehrende Probleme.

110 Prüfpunkte in 16 Abschnitten, rund 120 Minuten. Kostenlos lesen oder drucken — oder in der App abarbeiten, wo sie sich an dein Wohnwagen und deine Ausstattung anpasst.

01 Dokumente, Herkunft & Rückrufe

  • VIN auf dem Herstellerschild, der Fahrgestellprägung und den Zulassungspapieren vergleichen

    Warnsignal: VIN-Abweichung, abgeschliffene oder verstemmte Fahrgestellprägung, gestörte Nieten am Schild. Lass den Kauf sein, wenn die Herkunft nicht zu klären ist.

  • Nur UK: CRiS-Abfrage zur Fahrgestellnummer durchführen

    Warnsignal: offene Finanzierung, Diebstahlvermerk, Totalschaden-Eintrag — der Wohnwagen gehört noch der Bank.

  • EU: Original Fahrzeugbrief / Carte Grise / technický průkaz prüfen und Eigentumskette abgleichen

    Warnsignal: lückenhafte Eigentumskette, fehlendes Originaldokument, nur Fotokopie.

  • Serviceheft prüfen — Wohnbereichsservice, Gas- und Feuchtigkeitsprüfstempel alle 12 Monate

    Warnsignal: mehrjährige Lücken, besonders bei Feuchtigkeitsprüfungen, lassen die Wassereintrittsgarantie des Herstellers verfallen.

  • Aktuelles Gas-Zertifikat (G607 in DE, Habitation-Check in UK) innerhalb von 24 Monaten bestätigen

    Warnsignal: kein Zertifikat, älter als 24 Monate, keine Dokumentation der Nacharbeit nach Mangel.

  • VIN mit offenen Rückrufen abgleichen (KBA Deutschland, DVSA UK, Importeur)

    Warnsignal: offene Rückrufaktion nicht ausgeführt. Bekanntes Beispiel: Rückruf der B-Säulen-Verkleidung bei teilintegrierten Knaus/Weinsberg betrifft Wohnmobile, nicht Wohnwagen.

  • VIN gegen veröffentlichte Klagelisten zu Abgasmanipulation prüfen (wohnmobil-schadensersatz.de u. a.)

    Betrifft vor allem Wohnmobile, kann aber Premium-Zugfahrzeuge und Caravan-Zubehör einschließen. Risiko für Wiederverkaufswert und Zufahrt zu Umweltzonen.

  • Letzte 2–3 jährliche Feuchtigkeitsberichte mit Messwerten pro Stelle anfordern

    Warnsignal: jährlich steigende Werte, fehlende Zwischenjahre oder 'bestanden' ohne Zahlen.

02 Gewichte & Zuladung

  • Gewichtsplakette fotografieren: MiRO, MTPLM, max. Achslast, max. Stützlast

  • Werte auf dem Schild mit Zulassungsbescheinigung und Homologationszertifikat abgleichen

    Warnsignal: Gewicht in den Papieren weicht vom Schild ab — neu beschildert, umgebaut oder nicht dokumentiertes Chassis-Upgrade.

  • Reale Zuladung berechnen (MTPLM − MiRO) und vom Besitzer nachgerüstetes schweres Zubehör abziehen

    Warnsignal: Zuladung durch Rangierhilfe, zweite Aufbaubatterie, Sat-Anlage, Klimaanlage unter 100 kg gefallen. Du kannst den Wagen nicht mehr beladen.

  • Wenn möglich, den Wohnwagen auf einer öffentlichen Waage wiegen und das Leergewicht mit dem Typenschild vergleichen

    Abweichungen über ~30 kg ohne Erklärung sind ein Warnsignal.

  • Markenprüfung: Fendt-Wohnwagen haben oft eine reale Zuladung unter 200 kg — sorgfältig prüfen

    Dokumentiertes Fendt-Problem: AL-KO-Achse oft schon vor Besitzer-Zubehör am Belastungslimit.

03 Außenrundgang

  • Im Streiflicht um den Wohnwagen gehen und auf Wellen, Dellen, Hageldellen und Sternrisse achten

    Warnsignal: Dellen entlang der Seitenwand (Rahmenbewegung), Sternrisse an stark belasteten Ecken (Stoßschaden).

  • Außenwandpaneele und Dach mit dem Knöchel abklopfen — auf gleichmäßigen Klang vs. hohlen Ton achten

    Warnsignal: ein hohler Ton zeigt eine Ablösung der Sandwich-Außenschale vom Kern an (Reparatur £3.000–£15.000).

  • Jede Paneelkante, Eckleiste und Fugenabdeckung auf abhebende Außenhaut prüfen

    Warnsignal: Die Außenhaut löst sich vom Untergrund — Delamination schreitet fort.

  • Aufkleberkanten auf Abheben, Blasenbildung und Korrosion darunter prüfen

  • Markenprüfung: Bailey Pegasus (2010–2013) — Aluminium-Frontpaneel, auf Steinschlagdellen und Blasenbildung an Aufkleberkanten achten

    Warnsignal: Nach Entfernen des Aufklebers treten Korrosionsblasen unter der Aluminiumhaut hervor.

  • Markenprüfung: Bailey Alu-Tech — die Außenhaut rund um jeden Alu-Tech-Befestigungswinkel auf Haarrisse prüfen

  • Markenprüfung: Swift / Sterling (2010–2015) — obere hintere Ecken auf Sternrisse prüfen

    Warnsignal: Der ABS-Lieferant dieser Ära riss an den oberen Ecken. Swift wechselte ab MY2016 wieder zu GRP-Heckpaneelen.

  • Markenprüfung: Adria — auf Haarrisse rund um vordere/hintere ABS-Halterbereiche und Steinschlagblasen achten

    Seltener als bei UK-Modellen; als Prüfpunkt behandeln, nicht als bekannten modellbezogenen Defekt. Adrias 10-Jahres-Garantie gegen Wassereintritt setzt den jährlichen Wohnservice voraus.

04 Dach, Nähte & Markisenschiene

  • Jede Dachnaht, Antenne und Dachluken-Einfassung prüfen — Dichtmasse muss geschmeidig sein, nicht gerissen oder geschrumpft

    Warnsignal: gerissenes Sikaflex, sprödes Butylband, abgehobene Kanten, weiße Ausblühungen an Befestigungen.

  • Befestigungsfüße des Solarmoduls und Dichtmasse der Kabeldurchführungen am Dach prüfen

    Warnsignal: Dichtmasse der Kabelverschraubung gerissen — direkter Wasserweg zum Kabelbaum.

  • Die gesamte Markisenschiene von außen auf abgehobene Dichtmasse und zugfeste Schrauben prüfen

    Warnsignal: fehlende Dichtmasse hinter der Schiene, Korrosion an Nieten, Feuchtemesser-Ausschlag entlang der Schienenlinie innen.

  • Markenprüfung: Hymer-Eriba Touring/Feeling — Endkappen der Markisenschiene mittig vorne abnehmen und Dichtmasse prüfen

    Der Übergang der Markisenschiene über die vordere Mitte versagt häufig, und Wasser läuft hinter den Frontfensterdichtungen herunter.

  • Markenprüfung: Fendt — mit dem Finger den Dichtungsschlauch zwischen Dach und Seitenwand auf Abheben oder Risse abfahren

    Der Gummi-Dichtungsschlauch zwischen Dachhaut und Kunststoff-Kantenleiste löst sich und lässt Wasser unter der Markisenschiene eindringen.

  • Markenprüfung: Hobby — die Anschlussleiste zwischen Dach und Rückwand andrücken; sie darf sich nicht abheben

    Klassische 'Hobbykrankheit': die Anschlussleiste zwischen Dach und Rückwand ist die Leckstelle; Wasser zieht in die hinteren Ecken.

05 Feuchtigkeitsprüfung

  • Feuchtemessungen systematisch an jedem Wand-Boden-Übergang, allen vier Ecken, rund um jedes Fenster und Dachfenster, an beiden Türseiten sowie unter jedem Haltegriff und jeder Markisenschienen-Schraubenreihe durchführen

    Warnsignal Schwellenwerte (Caravan & Motorhome Club): 0–15% OK, 15–20% beobachten, 20–24% wahrscheinlich beginnender Wassereintritt, 25–30% Sanierung erforderlich, 31%+ Strukturschaden. Jeder Wert über 20% muss im Angebot eingepreist werden.

  • Klopfprobe an Heckwand und unteren Wandkanten; Boden-Wand-Verbindung in jedem Staufach und unter den Festbetten messen

    Warnsignal: hohler Klopfton, weiches Sperrholz an Staufachböden, Wasserränder im Heizungsschacht.

  • Alle vier Ecken jedes Fensters und Dachfensters innen und außen messen

    Warnsignal: weiche Fensterbank darunter, dunkle Flecken auf der Wandverkleidung unterhalb, abblätternde Innenverkleidung.

  • Tapete anheben, in die Ecken drücken, Polsterunterseiten anheben — Oberflächenwerte können niedrig anzeigen, obwohl die Fäulnis tiefer liegt

    Warnsignal: Blasen in der Wandverkleidung trotz niedrigem Oberflächenwert — die Feuchtigkeit ist gewandert.

  • Jedes Polster und jeden Bettkasten anheben; das Holz darunter messen; auf modrigen Geruch achten

    Warnsignal: schwarzer Schimmel unter dem Bettkasten, Kondensatränder auf dem Sperrholz.

  • Markenprüfung: Hymer-Eriba Touring — Teppich an der vorderen Beifahrerseite anheben und Boden-Wand-Verbindung messen; Stahlrohrrahmen von innen aus den Bodenfächern sichtprüfen

    Aluminiumhaut über einem Stahlrohrrahmen mit dünnem Sperrholzboden — Wasser erreicht die Boden-Wand-Schraubenlöcher und lässt das Sperrholz faulen, dann greift es den Stahlkäfig an.

  • Markenprüfung: Knaus Südwind — Vorderwand innen links und rechts des Fensters messen; Gaskasten öffnen und Boden sowie Klappendichtung prüfen

    Bugpartie ist der am häufigsten genannte Schwachpunkt — Wasser dringt rund um den vorderen Fensterrahmen, die Gaskastenklappe und die Kederleiste ein.

  • Markenprüfung: Tabbert Puccini — Seiten und Boden des Küchenkorpus messen; Heki-Dachfenster-Dichtungen von außen prüfen

    Heki-Dachfenster und umliegende Nähte werden undicht; Wasser läuft in den Küchenblock und lässt die Spanplatte aufquellen.

  • Markenprüfung: Dethleffs Camper / Nomad / Beduin — alle vier Bodenecken messen; Schraubenköpfe der Haltegriffe auf Halo-Verfärbungen prüfen

    Caravaning bewertet die Defektrate von Aufbau/Struktur mit etwa ~39% — verursacht durch Lecks an Fensterrahmen und Haltegriffen; Bodenfäule in den Ecken ist der typische Endzustand.

  • Markenprüfung: Weinsberg CaraOne — Feuchtigkeit hinter den Heckleuchten von innen aus dem Heckstaufach messen

    Heckleuchten-Gehäuse lassen Wasser in die Heckwand; mehrere Besitzer berichten innerhalb von 1–2 Jahren Feuchtigkeit rund um die Heckleuchten.

  • Markenprüfung: LMC Style/Musica — jede Außenklappe öffnen und das Innen-Sperrholz auf Wellen prüfen; Boden von der vorderen Ecke bis zum Radkasten messen

    LMC-Serviceklappen bleiben über 3–4 Jahre hinaus nicht witterungsdicht; die Fäule schreitet von der vorderen Ecke entlang bis zum Radkasten fort.

  • Markenprüfung: Bailey Alu-Tech — Innenboden an allen vier Ecken messen; innere Eckleisten anheben; ABS-Eckkappen auf Verschiebung prüfen

    ABS-Kunststoff-Eckleisten halten Wasser zwischen Seitenwand und Leiste fest; Wasser dringt in die Sperrholzecken des Bodens ein. Über alle Alu-Tech-Generationen hinweg anhaltend.

06 Unterboden, Fahrgestell & Boden

  • Gehe jeden Quadratzentimeter des Bodens in Strümpfen ab — spüre nach Schwammigkeit und Nachgeben

    Warnsignal: schwammiges Sperrholz unter dem Kocher, um die Duschwanne, vor der Aufbautür — fast immer durch ein Dach-, Sanitär- oder Türschwellenleck.

  • Drücke auf den Boden des Gaskastens, des Bugstaukastens und des Batteriekastens — prüfe um die Ablauftüllen

    Warnsignal: weiches Holz, Wasserflecken an den Ablauflöchern.

  • AL-KO-Chassis von unten auf Streusalzkorrosion an Achsschenkeln, Handbremsgestänge und Stoßdämpferaufnahmen prüfen

    Oberflächlicher 'Weißrost' ist kosmetisch. Nicht abgewaschenes Streusalz verursacht echte Korrosion an Achsschenkeln und Bremsgestänge.

  • Schweißnähte der Deichsel und die Klemmaufnahme des Stützrads auf Risse prüfen

    Warnsignal: Risse an der Stützradaufnahme, verbogene oder verdrehte Deichsel.

  • Markenprüfung: Hobby — Sperrholz dort von unten sondieren, wo der Heckstoßfänger auf den Boden trifft

    Der direkt unter der Bodenkante verschraubte Heckstoßfänger bildet eine geschlossene Tasche, die Wasser an der Unterseite hält.

  • Markenprüfung: Swift Challenger/Conqueror (vor SMART HT) — entlang der Kanten abklopfen; besonders unter dem Kocher und an der Tür beachten

    Schwammige oder sich ablösende Sandwichböden mit Sperrholz oben/unten und EPS-Kern. Die Werksinstandsetzung bei Swift hat in der Vergangenheit 6–8 Wochen gedauert.

07 Fahrwerk: Achsen, Bremsen, Reifen, Kupplung

  • Den 4-stelligen DOT-Code auf jedem Reifen (WW/YY) und am Ersatzrad ablesen

    Wohnwagenreifen unabhängig von der Profiltiefe nach 5–6 Jahren ersetzen. Warnsignal: Reifen über 6 Jahre alt, Risse in der Seitenwand, unterschiedliche DOT-Daten pro Achse.

  • Rad vom Boden anheben, an 12 Uhr/6 Uhr auf Spiel wackeln; drehen, um Lagergeräusche zu hören

    Warnsignal: Brummen, seitliches Spiel, eingelaufene Lager, Fett über die Dichtungen hinaus.

  • Verschleiß der Bremsbeläge durch das Schauloch in der Trägerplatte prüfen (BPW: SN420/SN360 5 mm Grenze; SN300 7 mm)

  • Bei Knott-Achse: prüfen, dass das Auflaufseil frei läuft und die Bremsen links/rechts gleich greifen

  • Auf die Kugel aufsetzen und Griff nach unten drücken — Pfeile unter der Aussparung sichtbar = Seitenbeläge OK; Pfeile darüber = Beläge verschlissen

    Warnsignal: Beläge unter 3 mm, Fett-/Ölverschmutzung (müssen ersetzt werden, lassen sich nicht reinigen), Risse im Belagmaterial.

  • Vorderseite des AKS-Griffs ansehen — Grün unter Rot sichtbar = OK; nur Rot sichtbar = vordere/hintere Beläge verschlissen

  • Falls Stoßdämpfer an der Achse verbaut sind, sichtprüfen auf Ölaustritt und an jeder Ecke einen Wipptest durchführen

  • Stützrad über den gesamten Hub kurbeln; Klemmschraube und Schaft prüfen

    Warnsignal: ausgerissenes Gewinde, verbogener Schaft.

  • Jede Hubstütze über den gesamten Hub kurbeln; auf ausgerissenes Gewinde oder verbogene Stütze prüfen

08 Aufbautür, Schlösser & Stufe

  • Tür ganz öffnen und Spalt zum Rahmen beobachten; prüfen, ob jeder Verriegelungspunkt einrastet (oben, mitte, unten bei Mehrpunktverriegelung)

    Warnsignal: Tür hängt durch, sodass obere/untere Riegel nicht greifen, obwohl der Griff dreht — Fehlsicherheits-Zustand.

  • Bei Hartal: Schlüssel von außen und Hebel von innen betätigen — auf Schwergängigkeit achten

    Warnsignal: schwergängiger oder klemmender Zylinder (häufig — Zentralwelle klemmt im Kunststoffgehäuse); Kunststoffumrandung quillt am Schließzylinder.

  • Jedes externe Zadi-/Hartal-Staufachschloss drehen; Türausrichtung zum Aufbau prüfen

  • Markenprüfung: Weinsberg CaraOne — bei geschlossener Tür auf Tageslicht an Schließ- und Scharnierseite achten; an der Tür am Griff ziehen, um Bewegung zu prüfen

    Dokumentiertes Problem: Türausschnitt ist manchmal größer als der Türrahmen — schlechte Abdichtung und Rahmenbewegung.

  • Markenprüfung: LMC — äußere Türumlaufdichtung visuell bestätigen; auf Algenspuren unterhalb des Türrahmens achten

    Einige LMC-Baureihen verzichten auf eine äußere Türumlaufdichtung, die Mitbewerber verbauen — Folge: Wasser/Algen im Türspalt, Frostschäden im Winter.

  • Markenprüfung: Fendt — alle Schlösser zweimal aus dem Kalten öffnen und schließen; Fliegengittertür über den vollen Weg betätigen

    Verbogene/klemmende Türschlösser, austauschbedürftige Gaskastenschlösser und nicht dichtende Fliegengittertüren werden wiederholt gemeldet.

09 Fenster, Dachhauben, Rollos

  • Jede Seitz/Dometic Heki-Kuppel auf Haarrisse und Brüche an den Scharnierbefestigungen prüfen

    Warnsignal: sternförmige Hagelrisse, vom Scharnier ausgehende Risse, Verriegelung hält die Reisestellung nicht.

  • Jedes Dachfenster ganz öffnen und schließen — auf Schwergängigkeit prüfen

    Warnsignal: festsitzender Drehgriff (häufiger Defekt), fehlende Rastpunkte.

  • Jedes Acryl-Seitenfenster auf spinnennetzartige Risse prüfen, besonders an den Rahmenecken; auf trübe Delamination der Doppelacryl-Scheiben kontrollieren

    Warnsignal: tiefe Risse, die die Sicht beeinträchtigen, trübe Innenfläche zwischen den Scheiben.

  • Jedes Rollo und Fliegengitter vollständig ausziehen und langsam loslassen

    Warnsignal: Rückholfedern defekt, Stoff an den Kanten gerissen, Rollo klemmt.

  • Markenprüfung: Tabbert Da Vinci — prüfen, ob der IGU-Rückruf des Zulieferers über die VIN bei Tabbert abgearbeitet wurde; auf Beschlag oder verschobene Scheiben kontrollieren

    Ein Defekt des Fensterzulieferers (lose IGU-Verklebung) führte Mitte der 2010er-Jahre zu einem herstellerübergreifenden Rückruf, von dem Da Vinci-Modelle betroffen waren.

  • Markenprüfung: Bürstner — jeden Fensterrahmen von Hand auf Bewegung drücken; innere Gummilippe an den Ecken auf Schrumpfung prüfen

    Fensterrahmen lockern sich in der Wand; Gummidichtungen haben eine kürzere Lebensdauer als bei Wettbewerbern.

10 Gasanlage

  • Aktuelles Gasprüfzertifikat bestätigen (G607 nach DIN EN 1949 in DE, gleichwertig anderswo), gültig innerhalb der letzten 24 Monate

  • Datumsstempel am Druckregler ablesen — verpflichtender Austausch nach 10 Jahren gemäß DVGW G 607

    Warnsignal: Regler älter als 10 Jahre ab Herstellungsdatum; kein lesbarer Datumsstempel.

  • Datumsstempel auf jedem Gasschlauch prüfen — Austausch nach 10 Jahren

    Warnsignal: Risse am Schlauch, undatierter Schlauch, Schlauch berührt Auspuff oder heiße Oberflächen.

  • Bei einer Druckabfall-Dichtheitsprüfung nach EN 1949 zusehen; jede Geräteverbindung mit Lecksuchspray prüfen

  • Sicherstellen, dass die Entlüftungsöffnung(en) des Gaskastens frei sind und nicht in der Nähe von Wohnraumöffnungen austreten

    Warnsignal: blockierter Abfluss, Abfluss modifiziert oder versiegelt (illegal), Schmutzansammlung.

  • Bestätigen, dass jedes festeingebaute Gerät EN-konform ist (CE/UKCA gekennzeichnet) und Abgasführungen ins Freie münden

    Warnsignal: nachgerüstetes Gerät ohne Zertifizierung, Abgasrohr durch Wohnraumhohlraum verlegt.

  • Festflascheninstallationen vor 2004 können älter als EN 1949 sein — mit veraltetem Regler und alten Schläuchen ist zu rechnen

    Regler und Schläuche unabhängig vom Erscheinungsbild vor Inbetriebnahme austauschen.

11 Aufbauelektrik

  • RCD-Testtaste drücken und prüfen, dass er sauber auslöst und zurücksetzt; passende Auslegung der MCBs bestätigen

    Warnsignal: RCD löst nicht rechtzeitig aus, fehlende oder falsch ausgelegte MCBs, Lichtbogenspuren am Verteiler.

  • Ruhespannung der Aufbaubatterie messen — sollte ≥12.7 V (≥12.8 V AGM) sein

    Warnsignal: Ruhespannung unter 12.4 V, aufgeblähtes oder undichtes Gehäuse. Typische Lebensdauer Blei-Säure 4–6 Jahre; LiFePO4 über 10 Jahre.

  • Bekannte Last anlegen — Spannung sollte nicht unter ~12.0 V fallen; prüfen, dass die Batterie die Kapazität über einen Entladezyklus hält

    Warnsignal: Einbruch auf ≤10 V unter Last — Batterie muss vor jeder Nutzung der Rangierhilfe ersetzt werden.

  • Bei Schaudt Elektroblock: 12V-Ausgänge, Netzladeausgang und Verhalten bei Solareingang prüfen

    Warnsignal: EBL99-Fehler beim Netzladen, Ausfall des 12V-Ausgangs, verbrannte Steckerpins, Ladespannung über 15 V (oft EBL402 Solarregler).

  • Bei CBE / Nordelettronica: gleiche Ausgänge und Laderfunktion; prüfen, dass die Panelanzeigen mit den gemessenen Spannungen übereinstimmen

  • Prüfen, dass der Ausgang des Solarreglers zur eingestellten Batterieart passt; MC4-Stecker inspizieren

    Warnsignal: Reglerausgang über 15 V zur Batterie, rissige Dichtmasse an der Dachdurchführung.

  • Jede Steckdose, Lampe und USB unter Last testen; EHU-Steckdose auf Brandspuren prüfen

    Warnsignal: verfärbte oder geschmolzene Steckdosenfront, aussetzender Betrieb beim Wackeln.

  • Falls eine Rangierhilfe montiert ist, Motorklemmen auf Korrosion, Rollen auf freien Lauf und Verkabelung/Sicherungspfad zur Batterie prüfen

12 Wasser & Sanitär

  • Frischwassertank füllen und auf Undichtigkeiten prüfen; Abwassertank entleeren und am Ablassventil auf Risse achten

    Warnsignal: feine Haarrisse (Frostschaden), starker Biofilm, Geruch nach dem Spülen.

  • Jeden Wasserhahn öffnen — die Pumpe soll schnell ansaugen und nicht kurz takten

    Warnsignal: Pumpe taktet bei geschlossenen Hähnen (defektes Rückschlagventil), niedriger Druck (verschlissene Membran), kreischende Pumpe (trocken oder verstopfter Einlaufsieb).

  • Bei Truma Combi: prüfen, ob das FrostControl-Ventil unter ~3 °C schließt und sich manuell zurücksetzen lässt; Servicehistorie der Therme prüfen

    Warnsignal: Ventil lässt Wasser unregelmäßig ab, keine Servicestempel. Häufige Fehlercodes E01 (zu niedriger Wasserdruck), E02–E04 (Brenner/Abgasweg), E212H (Verbrennungsluft/Abgas blockiert).

  • Sichtbare Kaltwasserleitungen biegen

    Warnsignal: harte oder vergilbte PEX / Whale Quickconnect, Spannungsrisse an Fittings.

  • Jeder Wasserhahn soll die Pumpe (Mikroschalter) oder Druckpumpe starten; auf Tropfen am Auslauffuß achten

  • Bei jeder Thetford-Kassettentoilette, deren Dichtung über 4–6 Jahre alt ist, ist die Lippendichtung am Lebensende zu erwarten

    Warnsignal: Schieber schwergängig, Dichtung gerissen oder 'rollt', Wasser-/Geruchsdurchschlag.

13 Heizung & Warmwasser

  • Bei Truma Combi: aus kaltem Zustand auf Gas und Strom zünden, beide Elemente prüfen; Abgasterminal auf Unversehrtheit kontrollieren

    Warnsignal: E01–E04, E89H (Lüfter/Motor/PCB), wiederholter Zündausfall.

  • Bei Alde: Farbe und Geruch der Flüssigkeit im Ausgleichsbehälter prüfen. Blaues G11: alle 2 Jahre wechseln. Rosa Alde Premium: alle 5 Jahre

    Warnsignal: trübe oder 'fischige' Flüssigkeit, kein Wechselnachweis — saure Flüssigkeit korrodiert Aluminiumteile.

  • Bei Alde: jede Heizkörperverbindung, den Füllstand des Ausgleichsbehälters und den Betrieb der Umwälzpumpe prüfen

    Warnsignal: Tropfen an Verbindungen, niedriger Stand im Ausgleichsbehälter, laute oder nicht zirkulierende Pumpe.

  • Bei Webasto/Eberspächer Dieselheizung: Kaltstart, auf gesundes Hochfahren des Gebläses hören; Rauch nur beim Start

    Warnsignal: anhaltender weißer Rauch (unverbrannter Kraftstoff), wiederholte Abschaltungen (Glühkerze/Verkokung), Korrosionslöcher im Abgas.

  • Äußere Abgashaube und -rohr auf Korrosionslöcher und lose Schellen prüfen

    Warnsignal: Rußablagerungen an der Karosserie um den Schornstein, Perforationen.

  • Warmwasser am Mischbatterie-Hahn mit jeder Energiequelle laufen lassen; Thermostatbereich prüfen

  • Wo das Heizungsbedienteil einen Stundenzähler anzeigt, ablesen und mit dem Fahrzeugalter vergleichen

14 Kühlschrank

  • Absorberkühlschrank ≥6 Stunden auf allen drei Energiequellen betreiben; Temperaturabfall prüfen. Sicherstellen, dass der Wagen waagerecht steht

    Warnsignal: krustige gelbe Ammoniakablagerung hinten oder innen (Kühlaggregat-Tausch), kühlt nicht mit Gas, kühlt nicht mit 12 V während der Fahrt. Absorbergeräte verlieren ~40% Effizienz ab 3° Neigung.

  • AES/MES durch Gas / 12 V / 230 V schalten — Auto-Modus sollte je nach Verfügbarkeit auswählen

  • Außenlüftungsgitter abnehmen; Brenner auf Ruß, Spinnweben und Verstopfungen prüfen

    Warnsignal: starker Ruß deutet auf schlechte Verbrennung oder Abluftverstopfung hin.

  • Banknotentest der Kühlschranktürdichtung auf allen vier Seiten

  • Bei 12 V Kompressorkühlschrank: Anlaufstrom und konstanten Strom prüfen; Lüfterbetrieb prüfen, falls zwangsbelüftet

    Warnsignal: startet nicht (Unterspannungsabschaltung ausgelöst), übermäßige Eisbildung (Türdichtung oder Thermostat).

15 Innenraum, Möbel & Polster

  • Polster fest eindrücken; Rückstellung beobachten und unter den Bezügen auf Zerbröseln prüfen

    Warnsignal: Schaum bleibt zusammengedrückt, pulverförmige Rückstände (UV-Zersetzung).

  • Revisionsklappen hinter Betten und Schränken öffnen; Holzrahmen auf Dunkelfärbung prüfen

    Warnsignal: schwarzes oder graues Holz, modriger Geruch, Schraubenköpfe verschwinden im weichen Holz.

  • Jede Schublade und jeden Stauraum öffnen und schließen; prüfen, ob Verschlüsse einrasten

  • Polsterstoff und Dachhimmel auf Verschleiß, Flecken oder gelöste Paneele prüfen

  • Markenprüfung: Bürstner Premio/Averso Plus — Hubbett zweimal vollständig betätigen; Verriegelung und Stoffabdeckung prüfen

    Das abklappbare Deckenbett ist an der Konstruktionsgrenze; Verriegelung greift nicht sicher, Stoffabdeckung reißt aus der Halteschiene.

16 Zugfahrt-Test

  • An das Zugfahrzeug ankuppeln — der AKS-Hebel sollte beim Anfahren ruckfrei einrasten

    Warnsignal: übermäßiges Längsspiel bei niedriger Geschwindigkeit (verschlissene vordere/hintere Beläge), Ruckeln.

  • Bei konstant 80–90 km/h auf ruhiger Strecke einen Spurwechseltest durchführen

    Warnsignal: Gierbewegung klingt nicht innerhalb eines Zyklus ab — Reibbeläge verschlissen oder Kupplung falsch montiert.

  • Bei 30 km/h leicht mit dem Zugfahrzeug bremsen — der Wohnwagen sollte über die Auflaufbremse sanft nachziehen

    Warnsignal: Ruckeln (Seilzug fest), kein Biss (verstellt).

  • Alle 13-pin-Elektrik testen: Begrenzungsleuchten, Bremse, Nebel, Rückfahrt, Blinker, Kühlschrankversorgung über D+

  • Rangierhilfe testen: bei abgeschwenkten Rollen alle Richtungen am Handsender prüfen, dann mit eingeschwenkten Rollen auf ebenem Untergrund vor/zurück/Drehung auf der Stelle. Spannung an den Motoren sollte bei 12–13 V bleiben

    Warnsignal: Spannung fällt unter Last unter 12 V (Batterie EoL), Motoren bleiben über ~120 A Spitze stehen, korrodierte Klemmen.

  • Abreißseil auf Ausfransung und funktionierenden Karabiner prüfen

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